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Larissa erfüllte sich von Juli 2006 bis Juli 2007 einen lang ersehnten Traum. Zwölf Monate lang besuchte die 18-Jährige Schülerin aus Löhne eine Schule in Adelaide, Australien. In ihren Schulferien reiste Larissa schließlich quer durchs Land und schaffte es so schließlich in jeden australischen Bundesstaat. Von ihren Erfahrungen spricht sie im Interview mit Stellenboersen.de.
Was waren deine Beweggründe für ein Jahr ins Ausland zu gehen?
In erster Linie wollte ich eine andere Kultur kennen lernen und sehen, wie das Leben auf der anderen Seite der Weltkugel ist. Außerdem wollte ich aus meinem gewöhnlichen Alltagsleben in Deutschland ausbrechen. Und natürlich reizte es mich, neue Leute und eine neue Sprache kennen zu lernen.
Und warum zog es dich gerade nach Australien?
Schon im Alter von 12 Jahren habe ich über einen Auslandsaufenthalt nachgedacht und seitdem habe ich mich auch intensiv mit verschiedenen Austauschorganisationen und Gastländern beschäftigt. Durch Filme, Bücher, Reiseführer, E-Mail-Kontakte und Internet-Foren wurde dann mein Interesse an Australien geweckt: die weite, unberührte und wunderschöne Landschaft, die großen Städte und die Einsamkeit des Outbacks. Außerdem mag ich die Aufgeschlossenheit der Australier und irgendwie auch die multikulturelle Kultur und Lebensweise der Menschen dort.
Mit welcher Organisation bist du dann schließlich nach Down Under gegangen?
Ich bin mit Eurovacances (Hamburger Organisation) nach Down Under gefahren. Insgesamt ist das eine etwas kleinere (und gemeinnützige) Organisation, die viel Wert auf persönliche Gespräche und auch eine sehr umfangreiche Vorbereitung legt.
Gab es im Nachhinein Probleme mit der Organisation?
Im Großen und Ganzen ist das ganze Austauschjahr recht problemlos abgelaufen. Wenn es kleinere Komplikationen gab, konnte ich diese immer gut mit der Hilfe meiner Gastfamilie und den neu gewonnenen Freunden lösen.
Hast du dich schnell an deine neue Gastfamilie gewöhnt?
Mit meiner Gastfamilie habe ich mich vom ersten Moment an super verstanden. Viele Leute fragen mich, wie lange es gedauert hat, bis ich mich eingelebt hatte. Doch ich kann mich eigentlich an keinen Tag erinnern, an dem ich mich dort nicht als vollwertiges Familienmitglied gefühlt habe.
Neben der Schule bist du auch quer über den australischen Kontinent gereist. Wenn du dich entscheiden müsstest, welche Station hat dich auf deiner Reise am meisten beeindruckt?
Da Adelaide für mich wie ein zweites Zuhause war, hat es mir dort natürlich am besten gefallen. Ansonsten waren das Outback und auch die verlassenen Highways zwischen den kleinen Dörfern im Northern Territory sehr beeindruckend. Es ist so ganz anders als in Deutschland. Melbourne, Sydney, Perth und Brisbane fand ich natürlich auch super. Dort war ich dann Shoppen oder abends mal aus. Selbst in den großen Städten konnte ich die Aussie-Gelassenheit spüren und genießen.
Erzähl uns von deinem Schulalltag in Australien!
Als ich im Juli 2006 in Australien ankam, wurde ich in die elfte Klasse eingestuft. Da das Schuljahr in Australien, genau wie das normale Kalenderjahr, allerdings im Januar beginnt, kam ich im Januar 2007 in die zwölfte Klasse - die Abschlussklasse. Ich hatte in Australien viele Freistunden, die für Hausaufgaben und zum Lernen bestimmt waren. An manchen Tagen musste ich auch erst um 11.00 Uhr zur Schule kommen. Ein ganz normaler Schultag hat sonst aber morgens um 8.40 Uhr mit einer 15-minütigen Klassenlehrerstunde begonnen. Um 15.00 Uhr hatten wir in der Regel schulfrei. Zwischendurch hatten wir zwei große Pausen.
Wie wurdest du denn von deinen australischen Mitschülern aufgenommen?
Sehr gut! Es gab viele Austauschschüler und es war nicht wirklich etwas Besonderes ein Austauschschüler zu sein, weil das ganze Land so multikulturell ist. Wenn man sich etwas engagiert, kontaktfreudig und offen auf die Mitschüler zugeht, dann gibt es da auch keinerlei Probleme und man findet schnell Freunde. Ich wurde schon nach zwei Tagen von einer Freundin zum Abendessen eingeladen.
War es merkwürdig, als du dann wieder in Deutschland zur Schule musstest?
Ich habe meinen Rückflug so gebucht, dass ich nur einige Tage zwischen Rückkehr und dem ersten Schultag in Deutschland hatte, daher habe ich die meisten meiner Freunde erst in der Schule wieder gesehen. Ich musste mich am Anfang erst wieder an das deutsche Schulsystem gewöhnen und auch bei der Ausformulierung und Rechtschreibung gab es in den ersten Tagen noch kleine Probleme. Doch mit der Hilfe meiner Mitschüler und auch der Lehrer habe ich sehr schnell wieder den Anschluss gefunden und bin froh, dass ich sofort in die Qualifikationsphase übergegangen bin und das Jahr nicht wiederholen musste.
Welche Bedeutung hat dieser absolvierte Auslandsaufenthalt für dich?
Ich habe ein neues und unbekanntes Land kennen gelernt. Ich kenne nun die australische Kultur und die Menschen und außerdem habe ich mein Englisch verbessert. Ich habe ein zweites Zuhause, eine zweite Familie und einen zweiten Freundeskreis dazu gewonnen. Diese Erfahrungen kann man nicht durch Bücher, Filme oder einen kurzen Urlaub sammeln. Zudem habe ich viel über mich selbst, meine Gewohnheiten und mein deutsches Umfeld gelernt. Diese Erfahrungen kann mir keiner mehr nehmen.
Welchen Tipp hast du für andere Austauschschüler parat?
Jeder sollte offen und flexibel auf sein neues Umfeld zugehen und versuchen die Menschen zu verstehen. Niemand sollte sich verstecken. Und vor allem braucht man sich keine Sorgen machen, es wird schon alles klappen! Die Australier würden sagen: No worries mate!
Möchtest du noch einmal nach Australien?
Auf jeden Fall möchte ich noch mehr als einmal zurück nach Australien, denn das Leben dort ist einfach in keinster Weise mit dem in Deutschland zu vergleichen. Leider ist es sehr teuer und zeitaufwändig so einen Trip nach Australien zu planen. Ich denke, dass ich nach dem Abitur, vielleicht in Form eines Auslandssemesters, die Chance haben werde, wieder nach Australien fliegen zu können.
Danke für dieses Interview!
Von Julia von der Heyden